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Indie, Shoegaze
Do. 04.05.2023 19.00 h

POSTCARDS + JAGUWAR

POSTCARDS + JAGUWAR

BOX1

Postcards (T3 Records/LB) *live*
Jaguwar (Tapete Records/D) *live*

Nachholtermin vom 29.09.2022

Doors: 19h
Show: 20h

Minimum Age: 16

*Presale 20 € plus fee * Box Office 25 €*


Postcards + Jaguwar: Indie-Rock und Dream-Pop Virtuosen begegnen erstklassigen Noise Romantikern.

Postcards kommen aus Beirut und irgendwie auch vom Indie-Rock Campus eines US-College, zumindest was die Beherrschung des Genres angeht. Auf ihrem 2021 erschienen mittlerweile dritten Album „After the Fire, Before the End“ bearbeiten sie, was in den 24 Monaten zuvor im Libanon alles so passiert ist (Proteste, verheerende Explosion im Beiruter Hafen, staatliches Komplettversagen, Elektrizitäts -, Wirtschaftskrise). Dabei trifft melodischer Feinklang auf den genretypischen Gitarrensound und einen Gesang, der im Ausdruck seinesgleichen sucht. Julia Sabra verfügt über einen Vortrag, der Verlorenheit und Sehnsucht fast beiläufig ins Mikro haucht. Sabras nachdenkliche Stimme, dass atmosphärisch dichte Spiel ihrer Bandkollegen und ein von zarten, zugleich eingängigen Harmonien geprägtes Songwriting machen die Postcards mit zum Besten, was das Genre zu bieten hat. Solider Shoegazer-Dream-Pop, der satte Indie- Gitarren mit ätherischem Gesang und verträumten Melodien kombiniert. Existentialistisch schön.
Shoegaze zur Bewältigung der Existenz ist auch das Stichwort für Jaguwar. Mit "Gold" ist im Oktober 2021 bereits das zweite Album des Trios erschienen und das bietet eine geballte Ladung Future-Pop, löst sich federleicht von jeglichen Grenzen und ist das Ergebnis einer unermüdlichen Experimentierfreudigkeit. "Gold" ist kompromisslos tanzbar, poppig, detailverliebt und eine Abrechnung mit dem Status Quo und den unterdrückenden Mechanismen unserer Gesellschaft. Nach vorne gespielte Sehnsucht, getragen durch die Kombination aus eingängig vertrackten Melodien und einer vertraut noisigen Wall of Sound. Mit einem schier grenzenlosen Arsenal an Effektgeräten kreieren Jaguwar elegante Klangteppiche aus sich überlagernden Soundschichten und wabernden Tonfragmenten, die sich zu eingängigen Indiepop-Hooks aufschwingen um sich schließlich in einem epischen Gewitter donnernder Gitarrenwände zu entladen. Noise-Verspieltheit trifft auf empowernden Future-Pop.
Uns erwartet ein tanzbarer und heiter melancholischer Shoegaze Showdown, wie man ihn sich nicht besser vorstellen kann. 

Photo: Rachel Tabet / Maks Pallas


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